BIPV - Building Integrated Photovoltaic

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Fernheizwerk Latsch

Architektonisches System: 
Opake Fassade
Halbtransparente Fassade
Kaltfassade
Gebäudefunktion: 
Industrie
BIPV Baujahr: 
2005 bis 2012
Quelle: 
Eurac Research
Das BIPV-Fassadensystem des Fernheizwerks (Günther Wallnöfer)
Standort: 
Via Nazionale 2a, Latsch (BZ), Italien

Europäische, italienische und lokale öffentliche Einrichtungen spielten eine entscheidende Rolle bei der Planung und teilweisen Finanzierung der Arbeiten. Bürgermeister Karl Weiss, Gründer und Vorsitzender der EGL, setzte sich stark für dieses Projekt ein. Von Beginn der ersten Planungsphase an war das Unternehmen Fleischmann & Jansen involviert. Es lieferte das statische Design, eine auf ACCA-Software gestützte Energiebewertung und eine Wirtschaftlichkeitsbewertung der PV-Anlage. Die architektonische Gestaltung oblag Werner Pircher. Solarwatt Srl lieferte die Photovoltaik-Module. Mit der Installation der Anlage, die 2009 abgeschlossen wurde, war die Firma Wallnöfer Günther & Rudolf Snc betraut.

Ästhetische Integration

Das Fernkraftwerk befindet sich am Fuße eines bewaldeten Hangs in den Ötztaler Alpen. Die Photovoltaikanlage ist in die nach Westen und Süden gerichteten Fassaden integriert. Es bildet eine dunkle Hülle, die ästhetisch in die umliegende Landschaft eingebettet ist. Die Fassadenmodule sind der unregelmäßigen Form des Gebäudes angepasst. Der Grundriss fußt auf der Anlage der Biomassebrenner (Eng. Klaus Fleischmann), und die Fronten folgen dem geneigten Dach, auf dem eine weitere PV-Anlage installiert ist.

Energietechnische Integration

Dachanlage und Fassadenmodule gemeinsam decken nach Messungen etwa 20-30 % des Energiebedarfs des Gebäudes, der hauptsächlich durch die Brenner entsteht (Eng. Klaus Fleischmann).

Technologische Integration

Bei den integrierten Fassadenmodulen vom Typ Solarwatt (M 140-36 GEG LK XL) handelt es sich um halbtransparente Glaspaneele aus 36 monokristallinen Zellen. An der Westfassade des Gebäudes werden sie mit Aluminiumprofilen an der lichtundurchlässigen Betonoberfläche mit einem Abstand von 8 cm befestigt. Durch den Luftspalt entsteht ein Kamineffekt, der die natürliche Belüftung der Module gewährleistet. Die Module an der Südfassade des Gebäudes dienen als Expositionsfläche für das Brennerhaus und bilden eine warme Fassade, die den Innenraum unmittelbar umgibt. Ihre zehn- bis zwanzigprozentigen Transparenz ermöglicht eine natürliche Innenbeleuchtung. Dasselbe Montagesystem wie an der Westfassade wurde hier auf einer Holzstruktur befestigt.

Entscheidungsfindung

Der Eigentümer (Energiegenossenschaft Latsch, EGL) wollte das Gebäude mit einer PV-Anlage zur teilweisen Deckung des Strombedarfs der Biomassebrenner ausstatten. Inspiriert wurde dies durch Förderprogramme für die Solarenergieproduktion der italienischen Provinz Bozen (Eng. Klaus Fleischmann). Die Verwendung vor Ort erzeugter erneuerbarer Energie senkt die Kosten und die Umweltbelastung des Fernheizwerks. Zunächst war eine reine Dachanlage geplant. Später traf man die Entscheidung, zusätzliche Anlagen mit halbtransparenten Glasmodulen an den Fassaden zu installieren (Eng. Klaus Fleischmann).

Gesammelte Erfahrung

An der Südfassade ersetzten die integrierten Module lichtdurchlässige verglaste Oberflächen. Neben ihrer allgemeinen Funktion als Komponenten der Gebäudehülle dienen sie zudem als Schattenspender und gewährleisten im Innenraum einen entsprechenden Sichtkomfort. Im Sinne einer einheitlichen Gestaltung der Außenfassaden wurde zur Verkleidung der lichtundurchlässigen Oberflächen dieselben Module verwendet. Aus demselben Grund wurden unregelmäßige Füllmodule an den oberen Rändern der Westfassade verwendet, die dem geneigten Dachprofil folgen. Während den Bauarbeiten zeigte sich, dass einige Paneele nicht die richtige Größe hatten. Sie wurden durch neue ersetzt (Eng. Klaus Fleischmann).

Daten

PROJEKTDATEN

Projektart: 
Neubau
Gebäudefunktion: 
Industrie
Integrationssystem: 
Opake kalte Fassade
Halbtransparentes kalte Fassade

BIPV-SYSTEMDATEN

Modul Typologie: 
Standard Module
Solartechnik: 
Monokristallines Silizium
Nennleistung [kWp]: 
48,9
Systemgrösse [m²]: 
446,7
Modulgrösse [mm]: 
1600x800
Ausrichtung: 
Süden, Westen
Neigung [°]: 
90

BIPV-SYSTEMKOSTEN

Gesamtkosten [€]: 
357 416
€/m²: 
800
€/kWp: 
7309

PV-HERSTELLERDATEN

Hersteller: 
SOLARWATT GmbH
Adresse: 
Maria Reiche Straße 2A, Dresden, Deutschland
Kontakt: 
info@solarwatt.net

Map

Via Nazionale 2a, Latsch (BZ), Italien

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